Sjella Mareile Bünning ist erst 11 Jahre alt. Doch die Heidmühlerin hat in ihren jungen Jahren bereits große sportliche Erfolge errungen. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften der Islandpferdereiter holte sie in der Vielseitigkeit bereits zum dritten Mal mit ihrem Wallach "Galli" den Titel.
Die Vielseitigkeit im Islandpferdesport unterscheidet sich erheblich von der der Großpferde. Im Viergang müssen Pferd und Reiter Harmonie in den Gangarten Tölt, Trab, Schritt und Galopp beweisen. Die Dressur verlangt ein elegantes und gleichmäßiges Erscheinungsbild. Im Geschicklichkeitstrail muss unter anderem aus dem Sattel heraus ein Tor geöffnet oder Wäsche abgehängt werden. Ein Labyrinthit ohne Berührung der Balken zu passieren. In der vierten Teildisziplin kann zwischen den Springparcour und dem Geländeritt gewählt werden. Sjella fiel diese Wahl nicht schwer. "Gelände natürlich", erklärte sie. In Ellringen holten sie und ihr Pferd die Höchstnote 10,0 im Geländeparcour.
Herzklopfen hat Sjella Bünning, deren Trophäensammlung schon 114 Schleifen und 41 Pokale umfasst, noch immer vor jedem Wettkampf. "Galli, gesprochen Gadli, ist ein Isländer, in dem ein Pony-Dickkopf schlummert", räumt sie ein. Bei den jüngsten Titelkämpfen hätte es fast nicht zur Meisterschaft gereicht, weil der Wallach zunächst nicht in die Startbox zum Gallop wollte. "Galli" ist 13 Jahre alt und stammt aus einer Zucht nahe Stolpe bei Wankendorf. Schon vor Sjellas Geburt entdeckte Mutter Tanja Dönges das Tier und kaufte es. Seit sich Ihre Tochter im Sattel halten kann, reitet sie "Galli". Bereits im Alter von sieben Jahren, ein Jahr vor der eigentlichen Eignung, wurde sie in den Kader des Islandpferde-Zuchtverbandes Nord berufen. "Allerdings muss ich mich jedes Jahr für einen Kaderplatz neu qualifizieren", räumt Sjella ein. Bei ihrem großen Eifer und auch Talent bereitete ihr diese Aufgabe bisher keine Probleme. Fast täglich sitzt Sjella im Sattel. "Mein Trainingsgelände ist der Segeberger Forst", erzählt sie. Auf der heimischen Koppel steht "Galli" nicht allein. "mit Tyr von Skeifa" ist ein vierjähriger Junghengst sein Gefährte, den Sjella und ihre Mutter Tanja Dönges auf den Wettkampfsport vorbereiten. "Beide ertragen sich prima", strahlt das Mädchen. Einen Stall sucht man am Rande der Weide vergeblich. Ein Unterstand ist alles, was die Tiere brauchen. "Wir halten unsere Isländer artgerecht. Sie benötigen eher Schutz vor der Sonne und den Fliegen. Im Winter fühlen sie sich umgeben von Schnee am wohlsten", erklärt Tanja Dönges.
Für die Zukunft hat Sjella große Pläne. Einen eigenen Stallbetrieb, nicht nur mit Isländern, kann sie sich vorstellen. Außerdem möchte Sie später als Ausbilderin arbeiten."Ab 12 Jahre kann ich die Leistungsabzeichen erringen, um später Trainerlizenzen erwerben zu können", erklärt Sjella Mareile Bünning. Natürlich soll ihr "Galli" dabei behilflich sein. Der Name bedeutet ins Deutsche übersetzt übrigens "Fehler". Doch einen Makel können Sjella und ihre Mutter an "Galli" nicht finden. "Der einzige Fehler in Bezug auf Galli war der des Züchters, dass er dieses tolle Tier an uns verkauft hat", grinst Sjella Mareile.
Original erschienen:
Segeberger Zeitung, Nr. 176, 31. Juli 2009, Sport, Seite 31, Text: Christian Detlof, Foto: privat




