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Kyffhäuser Heidmühlen von 1920 e. V.

Zur Entstehung des Kyffhäuser Heidmühlen:

Damals, im Jahr 1920 trafen sich in Lindemanns Gasthof in Latendorf 95 Männer zusammen, um einen „Militär- und Kampfgenossenverein Heidmühlen/Latendorf" zu gründen. Sie wollten die Kameradschaft pflegen, die aus den Kriegen heimgekehrten Verwundeten und Kranken pflegen, aber auch Kriegerwitwen, Waisen und Arbeitslosen helfen und mit dem Gewehr nach der Scheibe schießen, wie aus den Protokollen ersichtlich wird. Dies ist in der Gründungsurkunde der Wangeriner Stammkameradschaft zu lesen, die im Jahr 1786 in Pommern gegründet wurde. Mit diesen ethischen und gemeinnützig-kameradschaftlichen Grundsätzen, die die wechselvolle Geschichte des Kyffhäuserbundes über zwei Jahrhunderte bis in die heutige Zeit überdauerten, ist die Wangeriner "Militärische Schützenbruderschaft" die Keimzelle. Durch die Errichtung des Kyffhäuser-Denkmals um die Jahrhundertwende wurden die Schützenbruderschaften in Kyffhäuserkameradschaften umbenannt.

Zum ersten Vorsitzenden der Heidmühlener Kyffhäuser wurde August Boine gewählt, der dieses Amt bis 1944 innehatte. In diesem Jahr wurde auf Anordnung der NS-Regierung der Verein dann aufgelöst. Alte Fotos und dass Protokollbuch erzählten über das Vereinsleben in den ersten Jahren.

1922 beschlossen die Kameraden die Anschaffung einer Vereinsfahne. Diese wurde am 03. Juni 1923 feierlich eingeweiht. Die Schleife dazu wurde von den jungen Mädchen gestickt und zur Weihe gestiftet. Über die Gründung einer Jugendgruppe wurde bereits 1927 gesprochen, eine offizielle Gründung fand jedoch erst im Jahr 1931 statt. Leiter der Gruppe wurde Johannes Schümann aus Latendorf. Zweimal im Jahr wurden Vergnügungen angeboten. Das Winterfest fand abwechselnd in Piepers oder Lindemanns Gasthof in Latendorf oder in Piepers Gasthof in Heidmühlen statt. Das Sommerfest dagegen, mit einem Schießwettbewerb verbunden, wurde stets auf dem Klint in Heidmühlen ausgerichtet.

Nach dem Krieg begannen ab 1952 langsam die ersten Wiedergründungen der alten Vereine. In Heidmühlen gelang dies erst 1962. Nur wenige Vorsitzende leiteten den Verein. Zum ersten Vorsitzenden wurde Gustav-Adolf Klimmek gewählt. Im folgten Max Kröger, Hans Wittorff, Helmut Hevert, Anke Golin und seit 2003 Hans Auschner. Sie alle haben sich mit viel Einsatzfreude und Ideen für die Kyffhäuser Kameradschaft eingesetzt, die z. Z. über 50 Aktive hat. In den neunziger Jahren wurde der Verein umbenannt und nennt sich seitdem Kyffhäuser Heidmühlen von 1920.

Seit 1964 gibt es auch wieder eine Jugendgruppe mit Mädchen und Jungen, die von Karl-Heinz Rieschel ins Leben gerufen wurde. Nicht nur das Schießen mit dem Luftgewehr zählte bei der Gründung zum Programm, sondern auch Volkstänze. Bei den aktiven Jugendlichen ging es anzahlmäßig immer auf und ab. In Spitzenzeiten waren es über 40 Aktive, die bei den verschiedenen Aktivitäten dabei waren. Neben dem Schießen wurden mit den Jugendlichen Angelausflüge nach Dänemark, Kanufahrten auf der Osterau oder Ausflüge mit dem Fahrrad durchgeführt. In diesem Jahr sind es nur noch vier aktive Jugendliche.
Frauen als Mitglieder gab es von Anfang an nicht. Sie durften als Ehefrauen an Schießwettbewerben teilnehmen. Erst seit 1978 sind auch Frauen bei der Kyffhäuserkameradschaft registriert. Sie nahmen an vielen Wettbewerben teil und waren dabei sehr erfolgreich.

Geschossen wird auf dem Schießstand am Klint. Dieser war nach dem Kriegsende noch von ehemaligen Soldaten bewohnt und war dadurch verwahrlost. Er befand sich im Besitz vom Gastwirt Hinrich Pohlmann. Heidmühlen. Im Laufe der Jahre wurde der Schießstand modernisiert und vergrößert. Die meiste Arbeit geschah in Eigenleistung. Inzwischen ist die Gemeinde Eigentümer der Anlage. So sind die getätigten Investitionen abgesichert. Hier wird mit dem Luftgewehr, der Luftpistole und dem Kleinkalibergewehr geschossen. Genutzt werden kann der Stand auch für die anderen Heidmühlener Vereine, da sanitäre Anlagen und eine kleine Küche vorhanden sind.

Der derzeitige Vorstand besteht aus dem 1. Vorsitzenden Hans Auschner, sowie seinen beiden Stellvertretern Bernd Kröger (ist gleichzeitig Schießwart) und Geert Uwe Carstensen, der Schriftführerin Tanja Schröder und der Kassenwartin Anke Golin. Über viele Jahre hinweg nahmen die Schützen erfolgreich an Wettbewerben teil. Nicht nur in Heidmühlen, sondern auch bei vielen befreundeten Vereinen traten die Kyffhäuser an und brachten manchen Siegespokal mit nach Hause. „Leider schrumpft auch bei uns der Mitgliederstand“, berichtet Auschner, „die Alten sterben uns weg und neue Schützen sind nicht in Sicht. Dadurch sind immer weniger Aktive bereit, auswärts zu Wettkämpfen anzutreten. Gemeinsames Schießen mit befreundeten Vereinen auf der eigenen Anlage fielen deshalb weg. Das hat dann zur Folge, dass auch die Vereinsveranstaltungen immer weniger Zulauf haben. Dazu gehören auch das traditionelle Schießen auf die Königsscheibe, das Schießen um den Gemeindepokal und die Ermittlung der jeweiligen Jahresbesten.“ Wie in vielen anderen Vereinen auch, sind die Menschen nicht bereit, sich ins Vereinsleben einzubringen. – Wir wollen alles haben, aber nichts dafür tun – scheint die Devise von Vielen zu sein…

Heute steht schon längst nicht mehr der Schießsport im Vordergrund, sondern die Geselligkeit. So wird seit vielen Jahren das Osterfeuer ausgerichtet.
Am 06. Juni 2020 sollte das 100 jährige Jubiläum festlich begangen werden. Der Festausschuss hatte sich bereits Gedanken über ein würdiges Fest gemacht. „Die Corona-Epidemie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bemerkte Hans Auschner, „deshalb wurde das Fest in das nächste Jahr verschoben. Wir hoffen dann auf eine rege Beteiligung der Heidmühlener Einwohner.“